Energie - Klima - Kostengerechtigkeit

Was braucht es und wie wird es gesellschaftsfähig?Ruperta Lichtenecker, Helga Kromp-Kolb, Martin Solberger, Hubert Mitterhofer

Eine Einigung auf verbindliche internationale Ziele, mit denen wir im Klimaschutz spürbar vorankämen, scheitert seit Jahrzehnten an diversen nationalen und wirtschaftlichen Einzelinteressen. Als kleinster gemeinsamer Nenner bleiben meist nur unverbindliche Absichtserklärungen. Verlierer sind das Klima und die nachfolgenden Generationen.
Regional gibt es aber bereits mancherorts erfolgreiche Einzelkonzepte. Wie können diese gestärkt werden und auf die Gesamtgesellschaft übertragen werden? Die Dringlichkeit des Themas muss uns allen bewusst werden:
WANN wenn nicht JETZT?
WO wenn nicht HIER?
WER wenn nicht WIR?

Einführendes Impulsreferat: Prof. Helga Kromp-KolbImpulsreferat Prof. Helga Kromp-Kolb

Unsere Welt, so wie wir sie kennen, gerät durch nur ein paar Grad globaler Temperaturerhöhung aus den Angeln. Die Forschungsergebnisse dazu lassen mittlerweile keinen Zweifel mehr zu. Im anschaulichen Vortrag von Frau Univ.-Prof. Helga Kromp-Kolb wurde dies klar und die Handlungsblockade in unserer Gesellschaft und der politischen Entscheidungsebene ebenso.

Bei aller Notwendigkeit - alleine durch technische Entwicklungen werden wir diese absolute Bedrohung nicht abwenden können. Es braucht einen Wandel in unserer Werthaltung. Was soll uns wieviel wert sein? Was ist ein erstrebenswertes Lebens- und Konsummodell? Wieviel Energie brauchen wir um glücklich zu sein? Wie wollen wir BE-steuern?

Die Antworten auf diese Fragen sind nicht leicht zu finden und nicht leicht zu verdauen: Volles Werkeln, Was wollen wir?So lange wir alle dem lieben Geld nachlaufen, müssen wir den Lenkungseffekt danach ausrichten:

- Besteuerung von hohen, fossilen Energieverbräuchen, Entsteuerung von niedrigen, erneuerbaren Verbräuchen und neuen Lösungswegen.

- Angepasste Bewertungskriterien, denn etwa das Bruttoinlandsprodukt ist ein Maß für unsere Wirtschaft, nicht für unser Glück und unsere Zukunftsfähigkeit!

Im heurigen Symposium des Zukunftsforums wurde kritisch und ohne Scheuklappen diskutiert. Die Ergebnisse schockieren und provozieren – aber – sie geben auch Hoffnung!

 

Unsere Ergebnisse:

 

Intensive Pausengespräche sind wichtige Grundlage fürs NetzwerkenGruppe 1

Herausforderung:

„Dinge und Handlungsweisen, welche die Zukunft belasten, müssen stärker besteuert werden, Dinge und Handlungsweisen, welche die Zukunft entlasten, müssen weniger besteuert bzw. gefördert werden.“ Dieser Aussage stimmten in Umfragen jeweils über 90% der befragten Jugendlichen und Politiker zu. Die Herausforderung liegt jedoch in der Umsetzung, daher wurde im Rahmen des Zukunftsforums Windhaag 2013 ein Vorschlag für ein progressives Energiebesteuerungsmodell erarbeitet.

These:

Durch ein progressives Besteuerungsmodell für Energie, das zusätzlich fossil erzeugte Energie stärker besteuert als erneuerbare und das außerdem soziale Kriterien berücksichtigt können wir einen gezielten Lenkungseffekt schaffen. Im Sinne der Kostenneutralität müssen diese Einnahmen die Ausgaben zur Förderung von Projekten und Handlungsweisen decken, welche niedrige, erneuerbaren Energiekonsum stärken.

Projektgrundlage:

Wir wollen durch kontinuierliches Lobbying in Medien, der Landes- und Bundespolitik diese Idee vorantreiben. Dies bedeutet eine enorme Umstellung des derzeitigen Modells, daher ist mit einem langen Prozess zu rechnen, der Bewusstseinsbildung und das Aufbereiten des medialen, politischen und gesellschaftlichen Bodens mit einschließt.

 

Gruppe 2

Herausforderung:

Für Entscheidungs- und Bewertungsprozesse sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene wird vorrangig das Bruttoinlandsprodukt als Maßstab herangezogen. Dabei wird dieses oft von einer rein wirtschaftlichen Kennzahl zu einem Maß für Lebensqualität, gesellschaftlichen Fortschritt und das generelle Wohlergehen einer Gesellschaft umgedeutet.

Daraus resultiert, dass im Umkehrschluss die kontinuierliche Steigerung des BIPs als notwendige Maßnahme und oberstes Ziel für Fortschritt, Zufriedenheit und menschliches Glück gesehen wird.

These:

Zusätzlich zum Bruttoinlandsprodukt benötigen wir weitere Bewertungskriterien, die ein besseres Maß für Faktoren wie persönliche Freiheit, nachhaltiges Wirtschaften, Gesundheit, politische Mitsprache, intakte Umwelt und gesellschaftlichen Entwicklung sind. Werden solche Kriterien auf Augenhöhe mit dem Bruttoinlandsprodukt bewertet, ist eine wichtige Voraussetzung zur nachhaltigen Entwicklung geschaffen.

Projektgrundlage:

Stieß solch ein Anliegen noch vor wenigen Jahren auf Unverständnis und taube Ohren bei politischen Vertretern so ist nach dem Einschlag der Wirtschaftskrise eine gewisse politische Sensibilisierung vor sich gegangen. Es braucht eine parlamentarische Behandlung zu diesem Thema, denn der politische Wille ist Grundvoraussetzung für diesen langfristigen Prozess, der Forschungsarbeit, regelmäßiges Publizieren der Kennzahlen und Aufbau eines Netzwerkes für die Unterstützung der neuen Bewertungskriterien beinhaltet.

Daher werden in Kürze Schreiben mit einer Aufforderung an die Parlamentsklubs aller vertretenen Parteien ergehen.

 

Gruppe 3

Herausforderung:

Positive Entwicklungen in Richtung Energiewende werden zu selten in den Medien veröffentlicht, da sie häufig nur regionalen Charakter haben. Im Gegensatz dazu werden Probleme in diesem Prozess oft medial breit getreten.

These:

Es braucht ein besseres Verständnis der Medienschaffenden – der Journalisten – für die Problematik der Klima- und Energiewende.

Projektgrundlage:

Ein Schreiben an 150 ausgewählte Journalistinnen und Journalisten soll auf die Problematik aufmerksam machen und auch Angebote, wie einen gemeinsamen Workshop mit Frau Univ.-Prof. Kromp-Kolb (zur Frage wie die Wissenschaft mit den Medien kommunizieren muss), darlegen.